Zinsknechtschaft

Erstmals verwendet wurde der Begriff der Zinsknechtschaft von der Deutschen Arbeiterpartei in Böhmen, die unter dem Einfluss Walter Riehls 1913 auf einem Parteitag in Iglau ein neues Programm erstellte, in welchem die Forderung nach Bekämpfung der Zinsknechtschaft erhoben wurde. Die DAP ging 1919 in der Deutschen Nationalsozialistischen Arbeiterpartei auf, die als Splitterpartei bis 1926 existierte.

Laut Feder ermöglicht die Brechung der Zinsknechtschaft die Aufhebung aller direkten und indirekten Steuern.

„Unsere ganze Steuergesetzgebung ist und bleibt, solange wir die Befreiung von der Zinsknechtschaft nicht haben, nur Tributpflicht gegenüber dem Großkapital, nicht aber, was wir uns manchmal einbilden, freiwilliges Opfer zur Verwirklichung von Gemeinschaftsarbeit. Deshalb ist die Befreiung von der Zinsknechtschaft des Geldes die klare Losung für die Weltrevolution, für die Befreiung der schaffenden Arbeit von den Fesseln der überstaatlichen Geldmächte.“

– Gottfried Feder: Das Manifest zur Brechung der Zinsknechtschaft des Geldes

Das Manifest zur Brechung der Zinsknechtschaft besteht neben grundsätzlichen Überlegungen zum Thema Zins aus folgendem 9-Punkte-Programm und den daraus abgeleiteten Gesetzesforderungen.

Konvertierung aller Schuldtitel des deutschen Reiches und der deutschen Bundesstaaten unter Aufhebung der Zinspflicht zu gesetzlichen Zahlungsmitteln zum Nominalbetrag.

Bei festverzinslichen Papieren wird Zinspflicht in eine Rückzahlungspflicht umgewandelt.
Ratenweise Zurückzahlung von Immobiliarschulden und Hypotheken.

Das gesamte Geldwesen wird der Zentralstaatskasse unterstellt. Alle Privatbanken werden als Filialbetriebe angegliedert.

Realkredit wird nur durch die Staatsbank vergeben. Personal- und Warenkredit wird den Privatbankiers gegen staatliche Konzession überlassen.

Tilgung von Dividendenwerten auf gleiche Weise wie festverzinsliche Papiere.
Für alle Personen, die nicht in der Lage sind, ihren Lebensunterhalt zu verdienen, erhalten anstelle der bisherigen Zinserträgnisse gegen Einlieferung der Wertpapiere eine Leibrente.

Nach Vermögen gestaffelte Einziehung von Kriegsanleihestücken und anderen Schuldtiteln des Reiches oder der Staaten.

Volksaufklärung, daß das Geld nichts anderes ist und sein darf, als eine Anweisung auf geleistete Arbeit.

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