Natural Resources !

Stopp der Spekulation mit lebenswichtigen Ressourcen

Börsenspekulationen mit lebenswichtigen Ressourcen wie bspw. Getreide sind zu verbieten. Aber auch viele andere Formen der Spekulation schaden der Wirtschaft. Es bedarf einer genauen Analyse, welche Produkte der Realwirtschaft Geld entziehen und welche das Geld der Anleger in die Realwirtschaft zurückführen. Der Wert von Geldanlagen für das wirtschaftliche Gefüge ist sehr unterschiedlich.

Schädliche Spekulationsgeschäfte

Viele Spekulanten bezeichnen ihr Geschäft als eine Art Glücksspiel, bei dem jene gewinnen, die mehr Ahnung haben. Tatsächlich trifft dies auf manche Börsenprodukte zu, die einer Wette gleichen. Dabei bringen die Spekulanten so viel Geld in den Markt ein, wie sie nachher wieder heraus ziehen. Auf den ersten Blick mag ein solches Nullsummenspiel der Wirtschaft nicht schaden. Genauer betrachtet bleibt aber das Geld der Spieler für den Zeitraum des Spiels im Spiel gefangen. Die Grundbedingung eines gesunden Geldkreislaufs ist aber, dass die Gelder der Vermögenden in die Realwirtschaft zurück wandern. Bleiben sie dauerhaft in der Irrealwirtschaft des Spekulationsgeschäftes gebunden, entsteht in der Realwirtschaft Geldknappheit und die Kredite, welche den Geldvermögen gegenüber stehen, können nicht mehr getilgt werden. Ein Verbot dieser Form des Glücksspiels, könnte die Spekulanten dazu anstiften, die Geschäfte mit einer eigenen Spekulationswährung zu betreiben. Dies hätte zumindest den Vorteil, dass die Bank das Vermögen der Spekulanten, deren “Glücksspiele” über Jahre andauern, in der Zwischenzeit über Kredite der Realwirtschaft zuzuführen können.
Zu den schädlichsten Anlageformen gehören wohl die Spekulationen mit jeder Art von Ressourcen. Dabei werden zum Beispiel Rohstoffe der wirtschaftlichen Nutzung entzogen, indem sie aufgekauft und dem Markt vorenthalten werden um dann überhöhte Preise zu erzielen. Dies ist dann kein Nullsummenspiel mehr, sondern damit wird die Gesellschaft erpresst, denn sie braucht die Rohstoffe um produzieren zu können. Wer an der Nutzbarmachung einer Ressource für die Gesellschaft nicht beteiligt ist, also kauft ohne zu nutzen, dessen Kauf soll besteuert werden.
Wenn wir Geld als eine Ressource von allgemeinem Interesse interpretieren, so ist auch der Devisenhandel ein Negativbeispiel. Der Spekulant zieht Gewinne aus Wechselkursen, ohne eine Gegenleistung zu bieten. Die Hortung von Geld-Ressourcen, die nicht durch Kredite für andere nutzbar gemacht werden, muss also ebenso durch die Gebühr auf ungenütztes Eigentum besteuert werden. Gewinne aus dem Devisenhandel gibt es dann kaum mehr.

Neutral zu bewertende Geldanlagen

Es macht aber einen Unterschied, ob die Ressource, welche der Anleger kauft, bereits gewonnen wurde, oder ob deren Gewinnung vorfinanziert wird, wie dies beim Vorverkauf von noch nicht geförderten Rohstoffen der Fall ist. Vorfinanzierungen sind mit Krediten vergleichbar und neutral zu bewerten.
Ähnlich neutral verhält sich der Aktienhandel in seiner ursprünglichen Form. Unternehmen kommen durch Verkauf von Unternehmensanteilen an Geld. Diese Form der Finanzierung ist aber nur attraktiv, so lange die Zinsforderungen der Banken für Kredite hoch sind und könnte bei einer Reform des Geldsystems an Attraktivität verlieren, da sich Unternehmen dann über Kredite finanzieren werden.
Die durchschnittliche Haltedauer einer Aktie ist heute auf ein halbes Jahr gefallen1. Da Unternehmen nicht derart oft Aktien ausschütten, werden Unternehmensanteile häufiger über Zweitanbieter erworben als vom Unternehmen selbst. Die Aktionäre haben oft keine Einsichten mehr in das Unternehmen und der Wert der Aktie wird rein spekulativ festgesetzt und erfährt unrealistische Preisturbulenzen. Ein solcher Aktienhandel bietet keine sinnvolle Finanzierungsbasis für Unternehmen, denn sie sind indirekt von den spekulativen Preisen der Unternehmensanteile betroffen. Ein Unternehmen dessen Aktienkurs fällt, kann keine neuen Aktien heraus geben. Solche Fehlentwicklungen ließen sich zum Beispiel durch eine Finanztransaktionssteuer für Aktien beheben, die im ersten Halbjahr 3% beträgt und danach halbjährlich um ein halbes Prozent fällt bis sie nach dem dritten Jahr aufgehoben wird. Die Aktionäre würden damit angehalten, ihre Aktien länger zu halten.

Positiv zu bewertende Geldanlagen

Positiv sind Geldanlagen zu beurteilen, die keine Gewinne, sondern Sicherheit versprechen. Der Generationenvertrag unserer staatlichen Pensionsvorsorge ist ein Beispiel, gilt aber nicht als Anlageform. Durch den Generationenvertrag gilt der Anspruch einer Generation auf Altersversorgung auch nach einem Währungszusammenbruch und Gründung einer neuen Währung.
Die private Pensionsvorsorge und Lebensversicherung ist im Vergleich dazu sehr kritisch zu beurteilen, da die Geldmittel für den Kunden über Jahrzehnte in Anlageprodukten gebunden werden müssen und damit vielfach der Realwirtschaft entzogen bleiben, indem sie in der Irrealwirtschaft zwischen den Konten der Spekulanten rotieren. Im Fall einer Bankentrennung muss die private Pensionsvorsorge in ihrer heutigen Form von den Investmentbanken geleistet werden, für die der Staat keine Garantie übernimmt. Dies wird den Bürgern bewusst machen, welches Risiko hinter diesen Produkten steckt.
Um zukünftigen Pensionisten eine risikoärmere Pensionsvorsorge anbieten zu können, wäre es sinnvoll, die staatliche Pensionsvorsorge zu einer Anlageform umzugestalten, indem der Versicherte die Freiheit hat, einen höheren Versicherungsbeitrag zu wählen und damit zu einer höheren Pension zu kommen. Dies würde auch wieder Geld in die Pensionskassen bringen.

Neue nützliche Anlageformen

Um eine Geldanlage zu erschaffen, deren Wert auch über Jahrzehnte hinweg garantiert werden kann, fordern wir ein völlig neues Vertragskonzept, das Gemeinden zur Verfügung gestellt werden soll:
Dieses Vertragskonzept soll ihnen die Möglichkeit geben, die Gelder der Sparer zu verwenden, um nachhaltige Infrastruktur zu errichten, zum Beispiel Kraftwerke aus nachhaltigen Energieformen, Fernwärme, Wasserversorgung, Kläranlagen und Recyclinganlagen. Die Bürger erhalten im Gegenzug später Kilowattstunden und Liter aus diesen Anlagen. Der Staat bürgt für die Einhaltung der Verträge. Diese werden ausschließlich mit ansässigen Bürgern geschlossen, die auch Nutznießer der Leistungen sind. Natürlich darf nicht die gesamte Leistung einer Anlage vorverkauft werden, da laufende Instandhaltungskosten durch laufende Einnahmen zu decken sind. Insgesamt bietet dieses Konzept die Möglichkeit die häusliche Grundversorgung für spätere Jahre bereits vorzufinanzieren. Kilowattstunden und Liter sind physikalische Größen, die durch einen Zusammenbruch einer Währung nicht ungültig werden.
Eine ähnliche Vorfinanzierung ist durch auf Zeit basierende Verträge für Betreuungsdienstleistungen denkbar.
Hauptziel solch innovativer Anlageformen ist es, das Geld der Sparer in sichere Anlageformen überzuführen, es vom Wertpapiermarkt fern zu halten und der Realwirtschaft zugänglich zu machen, sowie die lokale Wirtschaft zu stärken.

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